Monets Giverny: Eine Tiefenbetrachtung
Claude Monets Haus und Garten in Giverny in der Normandie war von 1883 bis zu seinem Tod 1926 sein Zuhause. Der Garten — ein Blumengarten vor dem Haus, ein japanisch inspirierter Wassergarten jenseits der Straße — wurde sowohl Monets Motiv als auch seine größte materielle Schöpfung, untrennbar von der späten Serie der Seerosen-Gemälde.
Anfänge
Monet mietete das Haus in Giverny 1883 und kaufte es 1890 mit Indochina-Geld, das sein Stiefsohn Jean-Pierre Hoschedé nach Hause sandte. Das rosafarbene Stuckhaus ist im Wesentlichen wie er es hinterließ.
Der Clos Normand
Der Blumengarten vor dem Haus ist in formaler Gitterstruktur angelegt, aber jedes rechteckige Beet ist mit dichter, farblich abgestufter Cottage-Gartenpflanzung gefüllt. Die Grande Allée von der Haustür zu den Eisentoren ist mit Eisenbögen für Kletterrosen gesäumt.
Der Wassergarten
Ab 1893 angelegt, nachdem Monet Wasser aus dem Ru, einem Nebenfluss der Epte, ableitete. Die japanisch inspirierte Brücke (1895, grün statt ursprünglich japanisch zinnoberrot bemalt, um Monets Auge zu schmeicheln) überquert den zentralen Teich, gesäumt von Trauerweiden.
Die Seerosen
Monets Seerosen sind nicht bloß Dekoration: sie wurden systematisch über mehr als dreißig Jahre gepflanzt, manipuliert und beobachtet, als Motiv von rund 250 Gemälden. Er kultivierte ungewöhnlich gefärbte Formen, die Joseph Bory Latour-Marliac entwickelt hatte.
Restaurierung
Monets Erben ließen den Garten verfallen; Gilbert Vahé restaurierte ihn 1977-1980 unter der Leitung Gerald van der Kemps. Die heutige Pflanzung beruht auf Monets eigenen Briefen, Fotografien und Samenbestellungen.
Besuch
April bis November geöffnet. Etwa 600.000 Besucher jährlich — Giverny zählt zu den meistbesuchten Gärten Frankreichs. Stoßzeiten (10:30 bis 15:30) meiden; früher Morgen und später Nachmittag sind die besten Zeiten für Fotografie.
Auf der Karte erkunden
Alle in diesem Artikel genannten Gärten sind auf der interaktiven Karte markiert. Nutzen Sie sie, um eine Route zu planen, nahegelegene Anlagen zu einer Reise zu verbinden oder Gärten nach Stil und Saison zu vergleichen.