Top 10 Gärten in Deutschland
Deutschland besitzt eine gartenreiche Geschichte, die eng mit Fürstenhöfen, der Aufklärung und der Gartenreform des 18. Jahrhunderts verbunden ist. Die bedeutendsten Anlagen verbinden Barockpracht mit englischem Landschaftsstil und sind teils zu Welterbelandschaften erklärt.
1. Park Sanssouci, Potsdam, Brandenburg
Angelegt von Friedrich dem Großen ab 1745, ist Sanssouci Preußens Antwort auf Versailles — doch intimer, malerischer und persönlicher. Die weinbewachsenen Terrassenbeete vor dem Schloss, der Sizilianische Garten, die Orangerie, der Neue Garten und der Chinesische Teehaus-Park bilden eine Parklandschaft von 600 Hektar, die seit 1990 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Terrassen im Frühsommer mit blühenden Geranien und Kapuzinerkresse sind das Bildmotiv schlechthin.
2. Insel Mainau, Bodensee, Baden-Württemberg
Die 45 Hektar große Blumeninsel im Bodensee, seit 1932 im Besitz der Lennart Bernadotte-Familie, kombiniert mildes Seeklima mit einer der üppigsten Bepflanzungen in Deutschland. Tulpen im März/April, Dahlien ab August, mediterrane Terrassenanlage, ein Schmetterlinghaus und ein barocker Schlosspark ziehen jährlich über eine Million Besucher. Die Palmenallee im Winter ist ein stilles Wintererlebnis.
3. Wörlitzer Garten, Sachsen-Anhalt
Das Wörlitzer Gartenreich — Teil des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitz — war der erste englische Landschaftsgarten auf dem europäischen Kontinent, angelegt ab 1764 von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau nach seinen Reiseerfahrungen in England. Die Seenlandschaft mit Inseln, Gondeln, Brücken und Tempeln ist eine begehbare aufklärerische Utopie. Der aktive Vesuvmodell-Berg kann auf Anmeldung "ausbrechen". Beste Zeit: Mai bis Oktober.
4. Schwetzingen, Baden-Württemberg
Der Schlossgarten Schwetzingen, Sommerresidenz der Kurpfälzer Kurfürsten, vereint zwei Epochen: einen Barockgarten mit kreisförmigem Parterre und einen späteren englischen Landschaftsgarten des Gartenarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell. Der Moschee-Tempel (1779) und das Apollotempel-Rondell machen Schwetzingen zur faszinierendsten Hybridanlage Deutschlands. Beste Saison: April bis September.
5. Wilhelma, Stuttgart, Baden-Württemberg
Deutschlands einziger kombinierter zoologisch-botanischer Garten, 1846 für König Wilhelm I. von Württemberg im maurischen Stil angelegt, ist eine einzigartige Verbindung orientalischer Architektur und biologisch-botanischer Sammlung. Die maurischen Gewächshäuser und der Magnoliengarten im Frühjahr sind Höhepunkte. Ganzjährig geöffnet; Eintrittspflichtig.
6. Großer Garten Dresden, Sachsen
Der Barock-Garten im Herzen Dresdens, angelegt 1676 für Kurfürst Johann Georg II., wurde nach dem Zweiten Weltkrieg historisch rekonstruiert. Die axialen Alleen, die Skulpturenprogramme und der Teich mit Insel sind wiederhergestellt. Das Palais im Garten dient heute als Ausstellungsort. Im Sommer: Parkbahn-Kinderzug und Open-Air-Konzerte.
7. Branitzer Park, Cottbus, Brandenburg
Fürst Hermann von Pückler-Muskau schuf seinen letzten großen Garten in Branitz ab 1845 — ein Alterswerk nach dem Verkauf von Muskau. Die Erdpyramiden auf dem See, in denen Pückler selbst bestattet ist, sind das charakteristischste Element jedes deutschen Gartens. Die geschwungenen Seen, die parkartigen Baumgruppen und die Schlossterrassen sind Pücklers persönlichste Schöpfung. UNESCO-Welterbe seit 2004 (gemeinsam mit Muskau).
8. Park an der Ilm, Weimar, Thüringen
Goethes Gartenpark an der Ilm, entstanden ab 1776 unter seiner Mitwirkung, ist der erste und bedeutendste Landschaftsgarten Weimars und seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes "Klassisches Weimar". Goethes Gartenhaus, Shakespeares Stein, Römisches Haus und die naturalistisch geformten Wiesen entlang der Ilm spiegeln das Naturverständnis der Weimarer Klassik. Im Mai besonders schön.
9. Herrenhäuser Gärten, Hannover, Niedersachsen
Die Herrenhäuser Gärten umfassen vier verschiedene historische Gärten: den Großen Garten (französischer Barock mit dem größten deutschen Fontänen-Ensemble), den Berggarten (botanische Sammlung mit Palmenhaus), den Georgengarten (englischer Landschaftspark) und den Welfengarten. Das Große Parterre mit seinen Heckenarchitekturen und die große Fontäne (bis zu 82 Meter) sind Wahrzeichen Hannovers.
10. Schlosspark Nymphenburg, München, Bayern
Der Nymphenburger Schlosspark, angelegt ab 1671 und im 18. Jahrhundert durch Friedrich Ludwig von Sckell in eine Verbindung aus Barockkanal-Achse und englischem Landschaftspark umgewandelt, ist auf 200 Hektar einer der größten Schlossparks Deutschlands. Vier Lusthäuser — Amalienburg, Badenburg, Pagodenburg, Magdalenenklause — sind über den Park verteilt. Im Winter friert der Kanal und wird zum Eislauffläche; im Frühjahr blühen die Kastanienalleen.
Deutsche Gärten: Tipps für Besucher
Die großen deutschen Schlossgärten sind meist staatlich verwaltet und für den Freiluft-Bereich kostenlos zugänglich; für Schlösser und Sonderbereiche fallen Eintrittsgebühren an. Sommerwochenenden sind voll — Frühankommer (ab 8 Uhr) haben die Alleen für sich.
Alle deutschen Gärten auf der Karte
Die interaktive Karte zeigt alle bedeutenden deutschen Gärten. Filtern Sie nach Region für eine Tagestour oder ein Gartenreise-Wochenende.