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Top 10 Gärten in Italien

Die italienische Gartenkunst der Renaissance und des Barock ist das Fundament aller europäischen Gartengeschichte. Terrassierte Hänge, Wasserspiele, Bosketts aus Steineichen und mythologische Programme — diese zehn Gärten sind die Klassiker.

1. Villa d'Este, Tivoli, Latium

Ippolito II. d'Este ließ ab 1550 diesen Terrassengarten anlegen, der die steilste und wasserreichste Renaissance-Anlage Italiens ist. Hundert Fontänen, die Wasserorgel, die Allee der hundert Brunnen (Viale delle Cento Fontane) und der Neptunbrunnen nutzen das Gefälle ohne Pumpen — rein hydraulisch. UNESCO- Weltkulturerbe seit 2001. Beste Jahreszeit: April bis Juni und September.

2. Giardino di Boboli, Florenz, Toskana

Hinter dem Palazzo Pitti gelegen, wurde Boboli ab 1550 als Hausgarten der Medici angelegt. Die amphitheatralische Gliederung, der Neptunbrunnen, der Kavaliesgarten mit Rosensammlung und die langen Zypressenalleen prägten den Begriff des "Gartensaals unter freiem Himmel". Die Skulpturensammlung im Freien ist eine der größten Italiens. Im Sommer morgens und abends besuchen.

3. Villa Lante, Bagnaia, Latium

Das Juwel der manneristischen Gartenkunst: in Bagnaia, nahe Viterbo, zeigt Villa Lante (ab 1566, Giacomo Barozzi da Vignola) einen Garten, in dem Wasser das Hauptmotiv ist. Zwei gleiche Kasinos flankieren die zentrale Wasserachse; der Parterre-Garten mit dem Brunnen der Lichter ist ein Meisterstück der Symmetrie. Der Besitz ist heute staatlich und gut restauriert.

4. Villa Adriana, Tivoli, Latium

Die Sommerresidenz von Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) war kein Garten im modernen Sinne, aber eine Kulturlandschaft mit Kanälen, Wasserbassins, Nymphäen und Gartenräumen zwischen antiken Bauten. Das Canopus — ein rechteckiger Kanal, flankiert von Skulpturen — ist das eindrucksvollste Gartenraumstück der Antike. UNESCO-Weltkulturerbe seit 1999. Auf gutes Schuhwerk achten.

5. Parco dei Mostri (Sacro Bosco), Bomarzo, Latium

Pier Francesco Orsini ließ diesen "Heiligen Wald" ab 1552 als anti-rationalen Gegenentwurf zum Renaissancegarten anlegen. Übergroße Skulpturen aus dem Boden — ein schlafender Riese, ein Kampf von Giganten, ein Haus, das schief steht, ein offenes Maul aus Tuffstein — bilden ein Irrgarten ohne Regeln. Bomarzo ist das surrealistischste Gartenkunstwerk Europas. Ganzjährig geöffnet.

6. Giardini Hanbury, Ventimiglia, Ligurien

Thomas Hanbury kaufte 1867 die Halbinsel La Mortola an der Ligurien-Grenze und legte einen Akklimatisierungsgarten für Pflanzen aus aller Welt an. Die terrassierten Hänge über dem Mittelmeer tragen Kakteen, Agaven, Eukalypten, Palmen und seltene Leguminosen. Die Mischung aus mediterraner und exotischer Vegetation in dramatischer Küstenlage macht Hanbury einzigartig in Italien. Heute Universität Genua. Beste Zeit: März bis Mai.

7. Isola Bella, Lago Maggiore, Piemont

Carlo III. Borromeo begann 1632, eine kahle Felsinsel im Lago Maggiore in ein Hochbarock-Theatrum der Natur zu verwandeln: zehn Terrassen, Obelisken, weiße Pfauen und ein Palast, der aus dem See zu wachsen scheint. Die geometrischen Parterres auf den oberen Terrassen mit Blick auf den See sind ein unvergessliches Bild. Teil der Borromäischen Inseln; ganzjährig geöffnet.

8. La Mortella, Ischia, Kampanien

Der Privatgarten des britischen Komponisten William Walton und seiner argentinischen Frau Susana, angelegt ab 1956 nach Plänen von Russell Page, ist der beste Subtropikgarten Italiens. In einer Felsschlucht gedeihen seltene Pflanzen aus aller Welt: Cyathea-Baumfarne, Strelitzien, Hibiskus, seltene Bromelien, eine Victoria-Seerose. Konzerte finden in dem kleinen Amphitheater statt. April bis November geöffnet.

9. Orto Botanico di Padova, Venetien

Der älteste botanische Garten der Welt an seinem Originalstandort (1545), UNESCO-Weltkulturerbe seit 1997, ist bereits ausführlich im Beitrag über Heilpflanzengärten beschrieben. Architektonisch und historisch ist er auch in dieser Liste unverzichtbar. Die Ginkgo-Allee und das neue Biodiversitäts- Schauhaus von 2022 sind aktuelle Höhepunkte.

10. Parco Sigurtà, Valeggio sul Mincio, Venetien

Auf 60 Hektar am Fluss Mincio gelegen, ist Parco Sigurtà einer der üppigsten Privatgärten Norditaliens und mit dem European Garden Award ausgezeichnet. Im Frühling blühen hier 30 Millionen Tulpenzwiebeln — die Tulipepark-Ausstellung von März bis Mai ist ein Magnetevent. Im Herbst bieten Laub und Rosen ein zweites Saisonfest.

Norditalien oder Mitte? Planungshilfe

Die meisten klassischen Gärten — Villa Lante, Bomarzo, Villa d'Este, Villa Adriana, Boboli — liegen in Latium oder der Toskana und lassen sich von Rom oder Florenz aus kombinieren. Isola Bella und Sigurtà sind von Mailand oder Verona aus erreichbar. La Mortella ist eine Tagesreise von Neapel.

Alle italienischen Gärten auf der Karte

Die interaktive Karte hilft bei der Routenplanung. Viele der klassischen Renaissancegärten sind gut kombinierbar mit Kunstreisen oder Weintouren.