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Die bedeutendsten Gartengestalter der Geschichte

Hinter jedem großen Garten steht ein Gestalter, der ein Gelände lesen, eine Vision entwickeln und Tausende von Arbeitern über Jahrzehnte koordinieren konnte. Die folgenden sieben Persönlichkeiten haben die Gartenkunst so grundlegend geprägt, dass ihre Werke noch heute als Maßstab gelten.

André Le Nôtre (1613–1700)

Le Nôtre ist der Schöpfer des klassischen französischen Formalgartens. Als Gartenarchitekt Ludwigs XIV. legte er Versailles an — eine Anlage, die sich mit axialer Symmetrie, breiten Alleen, Bassins und Parterres de Broderie weit in die Landschaft erstreckt. Die Hauptachse von Versailles ist über zehn Kilometer lang. Le Nôtre gestaltete auch Vaux-le-Vicomte für Finanzminister Fouquet und die Tuilerien in Paris. Sein Modell — Natur, die durch menschliche Vernunft geordnet wird — wurde in ganz Europa kopiert, von Herrenhausen in Hannover bis zu Het Loo in den Niederlanden.

Capability Brown (1716–1783)

Lancelot "Capability" Brown war die dominierende Kraft des englischen Landschaftsgartens. Er gestaltete mehr als 170 Parkanlagen in England um, darunter Blenheim Palace, Chatsworth und Stowe. Browns Signatur: geschwungene Rasenflächen, die bis ans Haus heranreichen, Seen mit natürlich wirkenden Ufern, strategisch platzierte Baumgruppen und die vollständige Entfernung formaler Achsen und Parterres. Er arbeitete in einem Tempo, das Zeitgenossen verblüffte, und hinterließ eine Landschaft, die bis heute das Bild des "typisch englischen" Gartens prägt.

Frederick Law Olmsted (1822–1903)

Olmsted erfand die amerikanische Parkplanung als Disziplin. Central Park in New York City, den er gemeinsam mit Calvert Vaux entwarf, war das erste große Projekt einer neuen Profession: dem Landschaftsarchitekten als Stadtplaner. Olmsted verstand Parks als demokratische Gegenwelt zur industriellen Stadt — Orte der Erholung und sozialen Begegnung für alle Schichten. Für George Vanderbilt gestaltete er die Parklandschaft rund um das Biltmore Estate in North Carolina; er entwarf auch die Emerald Necklace in Boston und den Campus der Stanford University. Seine Methodik — systematische Geländeanalyse, Sichtachsen, Gehölzpflanzung nach ökologischen Prinzipien — ist in der Landschaftsarchitektur bis heute Standard.

Roberto Burle Marx (1909–1994)

Burle Marx brachte den Modernismus in den südamerikanischen Garten. Als Maler, Botaniker und Gartenarchitekt zugleich schuf er Landschaften, die wie abstrakte Gemälde funktionieren — mit großflächigen Farbblöcken heimischer brasilianischer Pflanzen, geschwungenen Wegen und skulpturalem Pflanzmaterial. Sein bekanntestes Werk ist das Mosaikpflaster der Copacabana-Promenade in Rio de Janeiro, ein 4,5 Kilometer langer Wellenfries aus schwarzem und weißem Stein. Sein Privatgarten Sítio Roberto Burle Marx in Barra de Guaratiba bei Rio, heute UNESCO-Weltkulturerbe, beherbergt über 3.500 Pflanzenarten und ist ein lebendes Museum seiner Arbeit.

Gertrude Jekyll (1843–1932)

Jekyll war Malerin, bevor sie Gartengestalterin wurde — und das prägte ihr Werk. Sie entwickelte die Theorie des Farbgartens: Pflanzungen, die warm-kühle Farbübergänge und tonale Harmonien nutzen wie eine Komposition auf der Leinwand. Ihre bekanntesten Gärten entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten Edwin Lutyens; Hestercombe Gardens in Somerset, mit seinen geschwungenen Steinmauern, Pergolen und Borders in Gelb, Orange und Blau, ist das eindrucksvollste erhaltene Beispiel dieser Partnerschaft. Jekyll schrieb über 15 Bücher und prägte die Vorstellung, dass ein Garten einen Farbplan braucht.

Beatrix Farrand (1872–1959)

Farrand war eine der ersten professionellen Landschaftsarchitektinnen der USA und Mitgründerin der American Society of Landscape Architects. Ihr bekanntestes Werk ist der Garten von Dumbarton Oaks in Washington D.C., den sie für Mildred und Robert Woods Bliss entwarf — eine Folge terrassierter Räume, die europäische Formstrenge mit weicher Bepflanzung verbinden. Sie arbeitete auch für Princeton University, Yale und den Rockefeller-Garten in Maine.

Piet Oudolf (geboren 1944)

Oudolf ist der einflussreichste lebende Gartengestalter. Er begründete die Bewegung des New Perennial — naturalistische Staudenpflanzungen, die nicht nach einzelnen Blütezeiten, sondern nach dem Gesamtjahresbild entworfen werden. Winterliche Samenköpfe, trockene Stängel und Gräser sind bei Oudolf Teil des Designs, nicht Mängel. Sein bekanntestes Werk ist die High Line in New York City, ein 2,3 Kilometer langer erhöhter Park auf einer stillgelegten Güterbahn. Er gestaltete auch den Lurie Garden im Millennium Park Chicago und zahlreiche Gärten in Europa und Nordamerika.

Was die großen Gestalter verbindet

Bei allen Unterschieden haben Le Nôtre, Brown, Olmsted, Burle Marx, Jekyll, Farrand und Oudolf eines gemeinsam: Sie haben keine einzelnen Beete gebastelt, sondern Systeme entworfen. Sie dachten in Sichtachsen, Wegeführungen, Staffelungen und zeitlichen Verläufen. Ein Garten im Stile Browns braucht Jahrhunderte, um seine volle Wirkung zu entfalten. Ein Oudolf-Garten ist im November, wenn die Standen verblüht und die Samenstände bereift sind, genauso entworfen wie im Juli.

Gärten dieser Designer auf der Karte

Viele der hier genannten Anlagen sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Filtern Sie nach Land oder Region, um Gärten von Olmsted in Nordamerika, Brown in England oder Burle Marx in Brasilien zu finden.